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Damelack

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Damelack ist lt. Überlieferungen ein Runddorf mit einer Kirche auf dem Platz. Da die baulichen Eigenschaften jedoch darauf hinweisen das es sich bei der Form um ein Angerdorf handelt, kann die genaue Form nicht mit Sicherheit betitelt werden. Alle Häuser wurden mit dem Giebel zur Straße gebaut, um so das Vieh leichter auf den Dorfplatz zusammentreiben zu können. Es wurde erstmals im Jahre 1275 als Dorf erwähnt und schrieb sich damals "Damlank". Der Name ist slawisch und setzt sich zusammen aus "dab" (daml) = Eiche, sowie "laka" (lanka) = nasse Wiese und müßte mit "Eichenau" übersetzt werden. Damelack war ehemalig im Besitz des Klosters Heiligengrabe, eines Zisterzienser Nonnenklosters, westlich von Wittstock gelegen . Die heutige neugotische Kirche wurde im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts erbaut. Aus der alten Kirche, die im 17. Jahrhundert zerstört wurde, wurden viele Gegenstände übernommen. Bekannt geworden ist Damelack durch seine Seidenraupenzucht.

Im Kirchenregister sind folgende Daten verzeichnet:

1275 Erstmals als Dorf "Damlank" urkundlich erwähnt. Nach mündlicher Überlieferung steht zu dieser Zeit ein Rittergehöft in Damelack, was im 30-jährigen Krieg völlig zerstört wurde.

1339 Halbes Dorf mit 14 ½ Höfen an das Kloster Heiligengrabe verkauft Damelack nennt sich zu diesem Zeitpunkt "Damlake".

1440 Ritter Arnold Zack und Bruder sowie Adelsgeschlecht Winterfeld verkaufen restlichen Besitzanteil von 8 ¼ Höfen und allen Rechten an das Kloster Heiligengrabe

1455 Damelack wird vollständig lehnspflichtig und gehört dem Stift Heiligengrabe bis 1849. Damelack nennt sich zu diesem Zeitpunkt "Damelake" (ab 1540 "Damelacke").

1626 Die Kirche wird im 30-jährigen Krieg völlig zerstört.

1636 Im Ort sterben 110 Leute an Pest und Cholera.

1655 Fachwerkkirche entsteht

1686 In dieser Zeit stehen alle Häuser im Dorf mit dem Giebel zur Straße. Auf jedem Hof steht nur eine Scheune, Stallgebäude entstehen erst später. Bis zu dieser Zeit gibt es noch keinen Handwerker im Ort.

1692 Schulmeister wird erwähnt

1800 sogenannte "Laufschmiede" kommt aus einem Nachbarort nach Damelack

1815 Bis zur Aufhebung der Leibeigenschaft ist der Ort ein reines Bauerndorf. Danach entwickelt sich das Handwerk von Schmied, Schuhmacher, Tischler und Schneider. Kätner/Lindenberg erbauen Mühle (ohne Wohnhaus). Sie wird 1930 geschlossen und später abgerissen. Obwohl es in dieser Zeit schon eine Schule gibt, können nur 9 Personen mit Namen unterschreiben, die anderen sind Analphabeten.

1828 Das Spritzenhaus entsteht dort, wo es noch heute seinen Standort hat. An der Heerstraße von Havelberg entstehen drei Häuslerstellen.

1846 Bahnstrecke Berlin – Hamburg wird gebaut; der Beruf des Eisenbahners entsteht. Zu diesem Zeitpunkt stehen 40 Wohnhäuser in Damelack.

1849 Damelack wird bis 1878 dem Gemeindegut Havelberg zugeordnet.

1860 Damelack besteht aus einer Fläche von 6463 Morgen (Mg), die wie folgt aufgeteilt ist:
- 34 Mg Gehöfte
- 104 Mg Gartenland
- 1495 Mg Acker
- 500 Mg Wiese
- 330 Mg Weide und
- 4000 Mg Wald.

1870 Ausbau der Eisenbahnstrecke

1870/71 Krieg für König und Vaterland; der Ort zählt 3 Gefallene; zum Gedenken derer wird ein Denkmal im Dreieck errichtet

1879 Damelack gehört bis 1952 zur Amtsgemeinde Havelberg.

1890 die ersten Fahrräder im Ort

1900 Dresch- und Häckselmaschinen mit Göpelantrieb. Zu diesem Zeitpunkt hat Damelack 65 Wohnhäuser und eine Fläche von 1760 ha. Bis zum 1. Weltkrieg wird gesponnen und gewebt.

1907/08 Entstehung der Backsteinkirche, wie sie noch heute erhalten ist

1911 Gründung der FFw in Damelack

1912 Forsthaus gebaut, Anbau wird später durch Zuckerbaron Harney errichtet

1914-18 Der 1. Weltkrieg fordert 9 Opfer im Ort ( Denkmal im "Dreieck").

1925 Das Dorf erhält Elektrizität.

1931 Zu diesem Zeitpunkt stehen 62 Wohnhäuser in Damelack.

1937/38 Von Breddin in Richtung Damelack wird bis zum Königsfließ eine feste Pflasterstraße gebaut.

1939-45 Der 2.Weltkrieg bringt viel Leid in die Familien, 18 Gefallene im Ort. 2 Gaststätten im Ort – Gasthaus Ewald Fischer und Waldschänke (Neuhaus). Land-und forstwirtschaftliche Betriebe: 8 mit mehr als 100 ha, 7 mit 20-100 ha, 6 mit 10-20 ha, 3 mit 5-10 ha und 19 mit 0,5-5 ha mit insgesamt 132 Berufszugehörigen, 29 in Industrie und Handwerk und 24 in Handel und Verkehr tätige.

1946 738,43 ha werden enteignet und auf Alt-und Neubauern, die Landesforstverwaltung sowie auf die Gemeinde und den VdgB aufgeteilt.
1950/51 Der zweite Teil der Straße Breddin-Damelack wird gebaut.

1952 erste LPG Typ I "Karl Marx" mit 25 Mitgliedern und 102 ha landwirtschaftliche Nutzfläche gegründet (seit 1953 Typ III). Damelack ist bis 1993 Gemeinde des Kreises Kyritz, danach Gemeinde im Landkreis Ostprignitz-Ruppin.

1957 Neues Forsthaus (Richtung Kümmernitz) gebaut

1960 LPG Typ I "Frohes Leben" mit 43 Mitgliedern und 285 ha landwirtschaftliche Nutzfläche gegründet. Zu diesem Zeitpunkt ist der Anschluß der LPG Typ III "Karl Marx" an die LPG Typ III "Neue Zeit" bereits erfolgt.

1967 Seitdem befindet sich die Schule in Breddin und ehemaliges Schulgebäude wird bis ca.

1990 als Konsumverkaufsstelle genutzt.

1970 Anschluß der LPG Typ I in Damelack an die LPG Typ III "Neue Zeit" Breddin-Damelack erfolgt

1973 Damelack wird in der Gemeinde Breddin eingegliedert und verliert damit seine Eigenständigkeit.

1985/86 zentrale Wasserleitung mit eigenem Pumpenhaus gebaut. Heute wird Damelack von Breddin aus mit Trinkwasser versorgt.

1990 Nach der Wiedervereinigung lösen sich die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften auf, die Damelacker erhalten ihr Land zurück und verpachten dieses an die heutige Agrargenossenschaft e.V. Breddin .

1998 Bau der Asphaltstraße nach Bendelin und Neugestaltung von Dorfplatz und Kreuzungsbereich.

2004 Fertigstellung der Eisenbahnüberführung am 04.05.2004 mit feierlicher Einweihung.

2005 Gründung des Fördervereins zur Erhaltung der Kirche in Damelack e.V.


Aktuelle Meldungen

Historische Dorfkerne

(03.09.2009)

Damelack in die ARBEITSGEMEINSCHAFT HISTORISCHE DORFKERNE IM LAND BRANDENBURG aufgenommen.

 

 

Am 29.04.09 fand in der Gemeinde Groß Breese die 6. Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft (AG) „HISTORISCHE DORFKERNE" im Land Brandenburg statt.

 

Neben Fachthemen wie der Umzug historischer Gebäude in Groß Breese und anderen Orten in der Prignitz sowie einem Bericht der Arbeitsgemeinschaft „Touristische  Hinweisschilder" stand als Highlight der Veranstaltung die Vorstellung eines neuen Kandidaten im Mittelpunkt: das historische Rundangerdorf Damelack sollte sein Aufnahmesinnen verteidigen.

 

Bereits seit Herbst 2005 bemüht sich Damelack mit Gründung der AG „HISTORISCHE DORFKERNE" dort um eine Mitgliedschaft.

 

Der Vorstellung und „Prüfung" der Kandidaten Damelack ging eine Besichtigung des historischen Dorfes Damelack am 24.03.2009 voraus, an der sowohl Mitglieder der AG HISTORISCHE DORFKERNE teilnahmen als auch Vertreter des Landwirtschaftsministeriums und der obersten Denkmalschutzbehörde.

 

Die „Prüfung" selbst war gekennzeichnet von einem überzeugenden Auftritt des ehrenamtlichen Bürgermeisters Herr Neumann und endete schließlich in einem einstimmigen Votum für das neue Mitglied.

 

Die Dorfbewohner wurden durch Herrn Wolfgang Funke aus Steinhöfel - Vorsitzender der AG HISTORISCHE DORFKERNE- , Herrn Amtsdirektor Dr. Gerber und Herrn Bürgermeister Neumann in einer Bürgerversammlung informiert.

 

Als sichtbares Zeichen für die Zugehörigkeit Damelack´s zu der AG HISTORISCHE DORFKERNE sind Tafeln am Ortseingang angebracht.

 

Foto:

Besuch der Kulturministerin des Landes Brandenburg am 29.08.2009 in Damelack

Der Bürgermeister der Gemeinde Breddin, Herr Neumann, der Amtsdirektor des Amtes Neustadt (Dosse), Herr Dr. Gerber und  Herr Utpatel, Pfarrer der Gemeinde Breddin begrüßten gemeinsam die Kulturministerin Frau Wanka in Damelack.

Ihr Besuch galt der Besichtigung der Dorfkirche in Damelack,

um sich ein Bild von den geförderten Baumaßnahmen zu machen.

 

R. Otto

Foto zu Meldung: Historische Dorfkerne