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Burg (Spreewald)

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Seit über hundert Jahren hält bei Touristen die Begeisterung für den 4.573 Einwohner zählenden Spreewaldort Burg an. Er liegt im östlichen Teil des Oberspreewaldes inmitten einer der faszinierendsten Niederungslandschaften Europas, die 1990 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt wurde. Wer Burg bereist, findet herrliche Streuobstwiesen, betagte Eichen, Erlen, Niederungswäldchen – durchzogen von Hunderten Spreeadern, den Fließen. Der besondere Charakter des mit 3.515 Hektar größten Streusiedlungsdorfes Deutschlands lässt sich am besten mit dem legendären Spreewaldkahn, dem Paddelboot oder dem Fahrrad entdecken. Es geht vorbei an reetgedeckten Holzbohlenhäusern mit dem typischen Ziergiebel aus Schlangenköpfen, an Heuschobern und Fischkästen und durch Schleusen. In den letzten Jahren ist das Interesse am Erhalt der traditionellen Bauweise stark gestiegen, wozu nicht zuletzt eine Gestaltungssatzung beigetragen hat. Ältester Teil der Gemeinde ist die Ortslage Burg-Dorf, in einer Verkaufsurkunde vom 29. September 1315 als „Villa Bork“ bezeichnet. Funde auf dem Schlossberg (einem Rundwall) deuten jedoch auf eine Besiedlung schon in der Jungstein- und Bronzezeit hin. Um 600 n. Chr. wurden hier die Wenden sesshaft, und um das Jahr 1000 ließ der polnische König Boleslaw eine Burg bauen. Das Umland wurde im 18. Jahrhundert als „passabler Ort“ in die Besiedlungsstrategie der Preußenkönige einbezogen. Friedrich Wilhelm I. schickte seine ausgedienten Soldaten in den Burger „Pusch“. Bis 1725, dem Gründungsjahr von Burg-Kauper, sollen sich 136 Kauper angesiedelt haben. So nannte man jene Siedler, die sich im sumpfigen Land auf einer künstlichen, hochwasserfreien Anhöhe ihr Haus bauten und das Land urbar machten. Friedrich II. setzte das Werk seines Vaters fort und ermöglichte über hundert zumeist ausländischen Siedlern durch die Vergabe von Land, den sogenannten Entreprisen, die Gründung von Burg-Kolonie im Jahre 1766. Ende 2005 wurde Burg (Spreewald) das Prädikat „Ort mit Heilquellen-Kurbetrieb“ verliehen. Die Grundlage dafür bildet die iodhaltige Thermalsole, die 31 Grad Celsius warm und mit 24 Prozent äußerst reichhaltig mineralisiert ist. Anwendung findet sie in der im Herbst 2005 eröffneten, auf Gesundheit und Wellness ausgerichteten Spreewald Therme mit großem Bade- und Saunabereich. Viele Hotels, Gaststätten, Pensionen bieten kulturvolle, dabei spreewaldtypische Bleibe und Gastlichkeit. Einrichtungen wie das Haus des Gastes, der Festplatz mit Bühne, die Weidenburg und das Haus der Begegnung, aber auch mehrere Häfen, der Schlossberg mit dem Bismarckturm und die Heimatstube bilden die touristische Infrastruktur. Zum Flanieren lädt der Kurpark ein. Gleich nebenan liegt das auf Herz-Kreislauf und Orthopädie spezialisierte Reha-Zentrum Spreewald. Von alters her lockt das wendische Brauchtum Besucher nach Burg (Spreewald). Von der Fastnacht am Jahresanfang über die Osterbräuche bis hin zu den Erntefesten mit dem Hahnrupfen lässt sich die ganze Bandbreite der Traditionen erleben. Höhepunkt ist das alljährlich Heimat- und Trachtenfest in der letzten Augustwoche mit einem großen Festumzug. Hier erfahren die Besucher, wie der Spreewälder im Wandel der Zeiten lebte, arbeitete und feierte. Innovative Veranstaltungen wie die „Spreewälder Sagennacht“ oder der Spreewald-Marathon bereichern das kulturelle und sportliche Angebot des Kurortes.